Glücksspiel in der Schweiz: Die Rechtslage

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist vor allem für Skifahren, Schokolade, Neutralität sowie ihr eher verschwiegenes Bankensystem bekannt. Trotz ihres Rufs, eine internationale Steueroase zu sein, hat die Schweiz mit 3 % eine äußerst niedrige Arbeitslosenquote. Und trotz des ganzen, in das Land investierten Reichtums ist die Glücksspielindustrie gerade erst dabei, Fuß zu fassen – insbesondere online.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Glücksspiel jeglicher Art wurde 1921 in der Schweiz offiziell verboten – ein Verbot, das bis 1993 galt. Und auch durch das neue Gesetz wurde das Verbot nicht gänzlich aufgehoben, sondern lediglich das Casino-Glücksspiel mit begrenzten Wetteinsätzen erlaubt. Einige Jahre später wurde das Bundesgesetz über Glücksspiel und Casinos geändert und in Schweizer Casinos auch das Glücksspiel ohne Wetteinsatzbegrenzung erlaubt.

Diese neue Möglichkeit der Freizeitbeschäftigung schien sofort ihren Reiz ausgeübt zu haben – immerhin werden 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung als regelmäßige Spieler eingestuft und mehr als jeder zweite Schweizer spielt regelmäßig Lotto. Mittlerweile existieren insgesamt 19 Casinos in den 26 Schweizer Kantonen, zusätzlich zu den 11 Pferderennbahnen. In jedem Kanton gibt es höchstens ein Casinos und eine Pferderennbahn, aber in bzw. auf diesen ist von Spielautomaten bis Totalisator-Wetten alles erlaubt.

Online-Glücksspiel und Online-Casinos sind gesetzlich noch illegal in der Schweizerischen Eidgenossenschaft, aber auch das ist im Begriff sich zu ändern. Denn die Schweizer Regierung beabsichtigt, neue gesetzliche Regelungen für den Online-Glücksspiel-Ḿarkt einzuführen, wobei allerdings nicht vor 2019 mit einem neuen Gesetz gerechnet wird. Selbst ohne ein solches Gesetz sind auch die Schweizer nicht in der Lage, Online-Glücksspiel gänzlich zu verhindern, denn die Menschen finden in aller Regel einen Weg, um auf die gefragten Seiten zu gelangen. Da die Schweizerischen Nationalsprachen sowohl Französisch, als auch Deutsch und Italienisch umfassen, haben die Spieler – unabhängig vom Kanton – keine Schwierigkeiten, Online-Casinos in ihrer Muttersprache zu finden. Und die Schweizer Banken haben kein Problem damit, Geldmittel an Online-Buchmacher zu transferieren, auch nicht an ausländische.

Die Zukunft des Glücksspiel in der Schweiz

Die unterschiedlichen Glücksspielangebote haben sich für die Schweizer Regierung als äußerst profitabel erwiesen, insbesondere die Casinos-Steuern. Aber mit dem Aufstieg des Online-Glücksspiels gehen die Einnahmen der lokalen Casinos zurück. Um die bereits seit einiger Zeit rückläufigen Einnahmen kompensieren zu können, scheint eine Legalisierung des Online-Glücksspiels unausweichlich, vor allem, da die Schweizer Regierung auch weiterhin am lukrativen Geschäft mit einer noch lukrativeren Zukunft mitverdienen möchte.

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